Impressionen des Vereinsjahrs 2026
„Rundgang“ durch Heide-Süd
Klaus Krüger und Ilja Claus
150 Jahre lang war der kleinste und jüngste Stadtteil Halles für die Öffentlichkeit nicht zugänglich: Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand auf den Weinbergwiesen zwischen Dölauer Heide und Saale eine der modernsten psychiatrischen Einrichtungen Europas. Von der NS-Regierung 1935 geschlossen, wurden ihre Gebäude für die sich im Bau befindliche Heeres- und Luftnachrichtenschule übernommen, die über einen eigenen Flugplatz verfügte. In dieser Zeit entstanden die Straßenzüge mit Schulgebäuden, Kasernen und einem riesigen Aufmarschplatz, die das Bild des Stadtteils bis heute prägen. Im Sommer 1945 wurde das Gelände von der Sowjetischen Armee übernommen und zu einer hermetisch abgeschlossenen Garnison mit bis zu 15.000 Soldaten und Offiziersfamilien gemacht. Nach deren Abzug 1991 wurde das Gebiet aufwändig saniert und ab 1998 zur Bebauung freigegeben. Seitdem finden sich hier in Symbiose Gebiete zum Wohnen, zum Arbeiten, zum Forschen und zur Erholung.

Fotos: Eddie Peter
„Der Predigtstuhl im Dom zu Halle und die Wiedergeburt der Antike“
Anke Neugebauer und Gerrit Deutschländer, Moderation: Justus Vesting
Unter Kardinal Albrecht von Brandenburg wurde die ehemalige Dominkanerkirche in Halle zu einer Kirche für Domherren umgestaltet. Die 1526 fertiggestellte Kanzel gilt als ein Hauptwerk der Frührenaissance in Mitteldeutschland. Die Kunsthistorikerin Anke Neugebauer ordnete dieses Werk stilistisch ein und deutet das Bildprogramm. Begleitend stellte der Historiker Gerrit Deutschländer den Kardinal als einen Fürsten der Renaissance vor, der Kunst und Gelehrsamkeit förderte.

Fotos: Andrea Thiele
Die hallische Stadtbefestigung und was davon noch zu erkennen ist
Andreas Stahl
Bis zum frühen 19. Jahrhundert war die Stadt Halle stark befestigt. Von der Stadtmauer blieben nur wenige Reste am Waisenhausring erhalten und von den mächtigen Toranlagen nur der Leipziger Turm, aber auch die Moritzburg war einmal einbezogen in das Verteidigungssystem der Stadt. Während des Rundgangs wurde der Verlauf der Stadtbefestigung vom Leipziger Turm bis zur Moritzburg abgeschritten und von dem Historiker und Bauforscher Andreas Stahl erklärt.

Fotos: Michael Hecht
Abendvortrag: Die Hallische Sprache. Von Altlatz bis zempe
Dr. Andrea Seidel (Halle)
Abendvortrag im Rahme der 138. Jahresversammlung des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung

Fotos: Andrea Thiele
Protestanten unterwegs nach Jerusalem in der Frühen Neuzeit
Buchvorstellung gemeinsam mit der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung, dem Stadtmuseum und der Marienbibliothek
Hartmut Kühne und Carolin Schäfer
Nach der Veröffentlichung des autobiographischen Gedenkbuchs des hallischen Apothekers und Jerusalemreisenden Wolfgang Holtzwirth (1522–1572) beschäftigte sich im April 2024 eine Tagung mit seinem stadt- und familiengeschichtlichen Hintergrund, vor allem aber mit Jerusalemreisen von Protestanten in der frühen Neuzeit. Die Ergebnisse dieser Tagung liegen nun gedruckt vor und wurden in einem würdigen Rahmen vorgestellt.

Fotos: Andrea Thiele

Fotos: Eddie Peter




