Geschichte der Stadt Halle

Geschichte der Stadt Halle

Werner Freitag, Katrin Minner, Andreas Ranft (Hg.)

Halle 2006, mdv,
2 Bände + Registerband
Format 21 x 27 cm, geb. mit SchU im Schuber
zus. 1.104 Seiten, zahlr. s/w- und Farbabb.
 
Euro 60,00
ISBN 978-89812-512-3

 

Halles Geschichte ist voll von schillernden Persönlichkeiten, bekannten Orten und einzigartigen Be­ge­ben­heiten. Namen wie Kardinal Albrecht, August Hermann Francke, Christian Thomasius, Ge­org Friedrich Händel, Carl August Riebeck, Karl Ziegler oder Willi Sitte sind hier neben vielen anderen zu nennen. In Halle befindet sich die älteste Schokoladenfabrik Deutschlands, hier fuhr die er­ste elektrische Straßenbahn mit Oberleitung, an der hallischen Universität promovierte mit Do­ro­thea Erxleben die erste Frau Deutschlands im Fach Medizin, hier lernte mit Wilhelm Amo der erste afri­ka­nische Student in Europa. Aus Anlass des 1200. Jahrestages der Ersterwähnung Halles wur­de erstmals eine wissenschaftlich fundierte, ausführliche Geschichte der Stadt Halle erstellt. Fast 50 Autoren haben in Überblicksdarstellungen und Einzeluntersuchungen die spannungsreiche Ent­wick­lung Halles nachgezeichnet. Zahlreiche Abbildungen vervollständigen die zwei Bände, die mit einem Registerband in einem Schmuckschuber zusammengefasst sind.

Die Herausgeber

Prof. Dr. Werner Freitag, geb. 1955, 1996-2004 Professor für sachsen-anhaltische Lan­des­ge­schich­te an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, seit 2004 Professor für west­fä­lische und vergleichende Landesgeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Mit­he­raus­geber/Mitbegründer der Reihen „Studien zur Landesgeschichte“ und „For­schungen zur hal­li­schen Stadtgeschichte“.

Dr. Katrin Minner, geb. 1972, 2001-2007 wiss. Mitarbeiterin der Martin-Luther-Universität Halle-Wit­tenberg, seit 2007 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Prof. Dr. Andreas Ranft, geb. 1951, seit 1999 Professor für die Geschichte des Mittelalters an der Mar­tin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Vorsitzender der Historischen Kommission für Sach­sen-Anhalt, Mitherausgeber der Reihe „Forschungen zur hallischen Stadtgeschichte“.

Pressestimmen

„Eine stadtgeschichtliche Gesamtdarstellung muss einerseits die Leseinteressen einer brei­teren, hei­mat­ge­schicht­lich interessierten Öffentlichkeit bedienen, sie sollte andererseits aber auch ein wis­sen­schaft­liches Arbeitsinstrument für die Stadt- und Landesgeschichtsforschung sein. Beiden An­sprü­chen wird die Geschichte der Stadt Halle gerecht. Jeder Beitrag ist am Ende mit einem um­fang­rei­chen Anmer­kungs­apparat versehen, ist folglich bequem benutzbar und ermöglicht den Zugriff auf Quel­len und Literatur, ohne den Lesefluss zu stören. Die genaue Lektüre zeigt, welche For­schungs­lei­stung die einzelnen Autoren vollbracht haben. Die dreistufige Grundkonzeption stellt sicher, dass ei­ner­seits ein stringentes Gesamtbild der Stadt­geschichte von der Frühzeit bis zur jüngsten Ver­gan­genheit geboten wird, dass andererseits durch die kürzeren Beiträge zu vertiefenden Aspekten sowie Orten und sozialen Räumen aber auch ein interessantes, abwechslungsreiches Lesebuch geboten wird, dessen Abschnitte aus sich heraus verständlich sind. Beide Bände sind durchgehend mit Schwarzweißabbildungen illustriert, außerdem mit jeweils 16 Farbtafeln ausgestattet und überhaupt sorgfältig gestaltet. Nicht nur der Vergleich mit anderen mehrbändigen Stadtgeschichten der letzten Jahre zeigt, dass bei der Geschichte der Stadt Halle das Preis-Leistungs-Verhältnis ausgesprochen gün­stig ist und das Werk deshalb eine große Verbreitung finden dürfte …

Entscheidend ist, dass nun eine Gesamtdarstellung auf der Höhe der modernen Stadt­ge­schichts­for­schung vorliegt, die alle wichtigen Bereiche des politischen, gesellschaftlichen, wirt­schaft­lichen und kul­tu­rel­len Lebens berücksichtigt und anschaulich vor Augen führt. Die vor­lie­gende Stadt­ge­schich­te ist das Ergebnis einer fruchtbaren Phase der Ge­schichts­wis­sen­schaft an der Universität Halle. Nach mehr als einhundert Jahren liegt erstmals wieder eine umfassende Geschichte der Stadt Halle vor, die den erreichten Forschungsstand nicht nur bündelt, sondern in vieler Hinsicht wei­ter­führt und die mit ihren Lücken fraglos künftige Forschungen anregen wird. Neben Dresden ist Halle die einzige größere Stadt in den neuen Bundesländern, die nun über eine umfassende Stadt­ge­schich­te verfügt. Ich bin der Überzeugung, dass sich dieses Werk in den Händen der nächsten Ge­ne­ra­tio­nen bewähren wird.“

Prof. Dr. Enno Bünz, Jahrbuch für hallische Stadtgeschichte 2007
 

„Die beiden großformatigen Bände vermitteln also in einem effizienten, durchweg kon­se­quent re­di­gier­ten Schema in eingängiger Form ein umfassendes Bild der tausendjährigen Ge­schichte dieser Stadt …“

Christof Römer, Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 54 (2008)
 

„Die umfassende Geschichte einer Stadt wie Halle schreiben zu können, ist eine Illusion – ein Werk wie die jetzt erschienene Stadtgeschichte muss trotz ihres Umfangs, über 1000 Seiten in Groß­for­mat, auswählen. Was sie im besten Falle erreichen kann, ist, dem Leser in verständlicher Sprache Einblicke und Anregungen zu geben und die Grundlage für weitere Forschungen zur Ver­fügung zu stellen. In der vorliegenden ‚Geschichte der Stadt Halle’ ist beides geschehen.“

Fränkische Nachrichten (16.01.2007)
 

Rund 50 Autoren aller Fachrichtungen – vom Archäologen über Kunsthistoriker bis zum Rechts­wis­sen­schaft­ler – haben an dem Buch mitgewirkt, das laut Ranft durch eine „neue frische Sicht auf die wechselvolle und reiche Geschichte der Stadt“ geprägt ist. Junge Autoren würden zudem dafür ga­ran­tie­ren, dass die Geschichte weitergeschrieben werde, denn: „Die Chronik ist kein ab­schließen­des Werk.“ Zum Gelingen trug auch die gute Zusammenarbeit mit dem Verein für hallische Stadt­ge­schich­te bei. „Mit dem Buch liegt das wichtigste bleibende Ergebnis im Jubiläumsjahr vor“, so der Vorsitzende, Thomas Müller-Bahlke.

Mitteldeutsche Zeitung (23.11.2006)
 

„Die repräsentative, großformatige, reich ausgestattete Publikation ist dem Anlass ihrer Ent­ste­hung, der urkundlichen Ersterwähnung Halles im Jahre 806, angemessen. 47 Autoren, die He­raus­ge­ber eingeschlossen, verfolgen hier ein tragfähiges ‚Generalkonzept’.“

Prof. Dr. Helmut Bräuer, Jahrbuch für Regionalgeschichte 26 (2008)
 

Inhalt

Einleitung

I. Halle bis zur Stadtwerdung

  • Volker Herrmann: Vom karolingischen Grenzkastell zur Salzstadt an der Wende vom Hoch- zum Spätmittelalter
  • Bernd Schütte: Die Ersterwähnung von Halle im Jahre 806
  • Wolfgang Huschner: Giebichenstein, Radewell, Trotha – die Herrschaft von St. Mau­ri­tius zu Magdeburg über das Gebiet der späteren Stadt Halle im Spiegel ottonischer Diplome (952–973)
  • Max Schwab: Der geologische Untergrund der Stadt Halle und die „Hallesche Marktplatzverwerfung“
  • Volker Herrmann: Die urbs und civitas Giebichenstein im frühen und hohen Mittelalter

II. Die Salzstadt des Mittelalters

  • Andreas Ranft, Michael Ruprecht: Die Salzstadt Halle 1100–1478
  • Heiner Lück: Siegel und Wappen der Stadt Halle
  • Gudrun Wittek: Willküren und Einungen der Stadt Halle von 1315 bis 1482 und ihre Aus­sagen zur hallischen Stadtverfassung
  • Andrea Seidel: Ablösung und Verdrängung des Niederdeutschen durch das Hoch­deutsche – eine sprachhistorische Studie am Beispiel der Hallischen Schöffenbücher
  • Fritz Backhaus: Die Juden von Halle im Mittelalter
  • Achim Todenhöfer: Steinernes Gotteslob – die mittelalterliche Kirchen der Stadt Halle
  • Dieter Dolgner: Rathaus und Markt – Orte städtischer Öffentlichkeit
  • Heiner Lück: Berg und Tal – Gericht und Recht in Halle während des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

III. Die Residenz- und Salzstadt im 16. und 17. Jahrhundert

  • Werner Freitag, Michael Hecht, Andrea Thiele: Residenz und Stadtgesellschaft (1478–1680)
  • Jan Brademann: Gewalt, Not und Krisen – das frühneuzeitliche Halle und seine Bürger im Krieg
  • Veronika Albrecht-Birkner, Udo Sträter: Lutherische Orthodoxie in Halle – theologische Pro­file, Frömmigkeit und die Auseinandersetzung mit den Pietisten
  • Michael Ruprecht: Von der vorstädtischen Siedlung zur Amtsstadt: Neumarkt und Glaucha in Spätmittelalter und Früher Neuzeit
  • Michael Scholz: Vom Herrschaftszentrum zum Wirtschaftshof – die Burg Giebichenstein im Spätmittelalter und im 16. Jahrhundert
  • Michael Wiemers: Kunstschätze und Glaubenspropaganda – die Zeit des Kardinals Al­brecht von Brandenburg
  • Klaus Krüger: „Allhier unser Ruhbettlein“ – der hallische Stadtgottesacker

IV. Die preußische Provinz- und Universitätsstadt im 18. Jahrhundert

  • Werner Freitag, Michael Hecht: Verlassene Residenz und Konsumentenstadt an der preußi­schen Peripherie (1680–1806)
  • Ute Fahrig: „Er hätte eben nicht über die Soldaten zu klagen, daß sie ihm malefiziret hätten“ – brandenburg-preußisches Militär in Halle (1680–1740)
  • Holger Zaunstöck: Gesellschaft der Aufklärer oder aufgeklärte Stadtgesellschaft? Die So­zie­tätsbewegung und Soziabilitätskultur des 18. Jahrhunderts
  • Jan Skrzypkowski: Fremde Nachbarn – die französische Kolonie in Halle von ihrer Grün­dung 1686 bis zur Auflösung 1808/09
  • Uwe Meißner: Innovation vor den Toren der Stadt – die königliche Saline 1721–1868
  • Andrea Thiele: Leerräume – die neue Nutzung des Residenzbezirkes nach 1680 durch die bran­denburg-preußische Regierung
  • Hans-Joachim Kertscher: Der Blick auf Stadt und Universität – Halle in Reise­be­schrei­bungen des späten 18. Jahrhunderts

V. Die Industrie- und Universitätsstadt im langen 19. Jahrhundert

  • Rolf Petri, Andrea Hauser, Katrin Minner, Tobias Kügler: Stadt im Aufbruch – Industrie, Bür­gertum und Arbeiterschaft (1800–1914)
  • Renko Geffarth: Umbrüche und Aufbrüche – Halle unter französischer Herrschaft 1806–1813
  • Michael Hecht: Pauperismus, Armenfürsorge und sozialer Protest in Halle in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
  • Werner Freitag, Ria Hänisch: Stadtbürgertum zwischen Liberalismus und konservativem Aufbruch – die Revolution in Halle 1848/49
  • Angela Dolgner: Die Stadt und die moderne Kunst – die hallische Künstlerschaft, das Städ­tische Museum und die Kunstschule Burg Giebichenstein (1900–1933)
  • Angela Dolgner: Stadtumbau und Universität im 19. und frühen 20. Jahrhundert
  • Erik Neumann: An den Gleisen der Hafenbahn – zur Topografie der hallischen In­dus­trie­ge­schichte
  • Holger Brülls: Demonstration jüdischer Identität in der Großstadt des 19. und 20. Jahr­hunderts – Synagogen und Friedhofsbauten in Halle
  • Andrea Hauser: Hallische Kaufhäuser – Orte der Moderne
  • Sandra Kowalski: Bürgerliche Segregation und Stadtplanung – die Entstehung des Pau­lus­viertels
  • Tobias Kügler: Bürgerschaft, Denkmäler und nationale Erinnerungskultur im Kai­ser­reich
  • Tobias Kügler: Der Volkspark – Kultur, Geselligkeit, Politik

VI. Im Sog der Ideologien – die Stadt im 20. Jahrhundert

  • Hans-Walter Schmuhl: Halle in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus
  • Thomas Großbölting: Bürgerliche Parteien und der Totalitätsanspruch der SED – die Trans­for­mation des politischen Lebens 1945–1950
  • Daniel Bohse: Die letzten Tage des „Dritten Reichs“ – das Kriegsende in Halle
  • Daniel Bohse: Personeller Neuanfang, politische Instrumentalisierung und Eliten­kon­tinu­i­tät – Entnazifizierung in Halle 1945/46
  • Andreas Schmidt: KPD, SPD und SED in Halle 1945–1952
  • Hans-Peter Löhn: Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 in Halle – Ereignisse und Akteure
  • Katrin Minner: Inszenierung, Propaganda und Vergnügen – die Tausendjahrfeier 1961 im Zeichen des Sozialismus
  • Kerstin Küpperbusch: Siedlungs- und Sozialer Wohnungsbau während der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus
  • Kurt Fricke: Die Strafanstalt Roter Ochse in Halle 1933 bis 1989
  • Erik Neumann: Der Riebeckplatz – Metamorphosen eines Stadtraumes
  • Albrecht Wiesener: Als die Zukunft noch nicht vergangen war – der Aufbau der Che­mie­ar­bei­terstadt Halle-Neustadt 1958–1980
  • Kurt Fricke: Studentisches Leben in Halle in den 1970/80er Jahren – der Studentenklub Turm

VII. Ausblick: Voraussetzungen und Abläufe der friedlichen Revolution 1989

  • Christian Feigl: Vom Umgang mit der alten Stadt – die städtebauliche Entwicklung der Stadt Halle in den 1980er Jahren
  • Heidi Bohley: Von der Macht der Ohnmächtigen oder Die grauen Jahre – Op­po­si­tions­grup­pen in Halle in den 1980er Jahren
  • Udo Grashoff: Halle im Herbst 1989

Anhang

  • Abkürzungsverzeichnis
  • Abbildungsnachweis
  • Autoren- und Herausgeberverzeichnis

Registerband

  • Ortsregister
  • Personenregister